Welche Pollen lösen Allergien aus?

Besonders windblütige Pflanzen können Pollenallergien auslösen. Ihre Pollen sind sehr zahlreich und können durch den Wind über weite Strecken verbreitet werden. Häufig sind Allergien auf Hasel, Erle, Birke oder Gräser (auch Roggen) und Kräuter wie Beifuß oder Gänsefuß. Als besonders starker Allergieauslöser gilt die mit dem Beifuß verwandte Ambrosia, die sich in Deutschland in Zukunft weiter ausbreiten kann. Aber auch weitere Auslöser wie Weide, Pappel, Buche, Eiche, Edelkastanie, Esche, Olivenbäume, Nadelbäume wie Zypressen oder Eiben und auch Brennnesseln können Pollenallergien auslösen. Pollen insektenblütiger Pflanzen werden in geringeren Mengen produziert, sind klebriger und fliegen nicht so weit durch die Luft. Allergische Reaktionen sind daher seltener und treten eher in der Nähe der Pflanzen auf.

Der Pollenflug ist nicht immer gleich

Die Pollenkonzentration und die Allergenmenge in den Pollen schwankt und ist auch abhängig von den Umgebungsbedingungen der Pflanzen wie Temperatur, Witterung, Windverhältnissen oder Luftschadstoffen. Luftschadstoffe wie Stickoxide oder Ozon können die Allergenität und Menge der Pollen erhöhen und Pollen „aggressiver“ machen.

Allergie-Irrtum: Im Winter gibt es keine Pollen-Allergie.

Der Pollenflug hat sich im Laufe der letzten Jahre aufgrund von Klimaveränderungen verändert. Je nach Witterung dauert die Pollenflugzeit länger und fängt auch früher wieder an. So ist es möglich, dass im November die letzten Gräser- und Brennnesselpollen und im Dezember schon die ersten Haselnusspollen fliegen.

Woran erkennt man einen Heuschnupfen?

Ein Heuschnupfen beginnt meist mit Beschwerden wie geröteten Augen, Augentränen, Juck- und Niesreiz. Eine Entzündung der Augenbindehäute und der Nasenschleimhäute kann hinzukommen. Manchmal sind auch Hals- und Rachenraum oder die Ohren betroffen. Das Nasensekret ist klar und nicht gelb/grünlich verfärbt wie bei einer bakteriellen Infektion. Ein Hautkontakt mit Pollen, die zu einer inhalativen Allergie führen, kann sich besonders bei Patienten mit einer Neurodermitis auch in einer Aufflammreaktion an der Haut zeigen, die während der Pollenflugzeit auftritt.

Viele Heuschnupfen-Patienten entwickeln im Laufe der Zeit das Krankheitsbild des Allergischen Asthma bronchiale.

Hauptsächliche Beschwerden durch Heuschnupfen

  • Gerötete, tränende Augen, auch Juckreiz, Entzündung der Augenbindehäute
  • Juckreiz an der Nase, Niesreiz, Entzündung der Nasenschleimhäute, Entzündung der Nasennebenhöhlen, Schleim aus dem Nasenrachenraum tropft in die unteren Atemwege (post nasal drip syndrom)
  • Juckreiz im Hals-/Rachenraum
  • Juckreiz an der Haut
  • Allergische Beschwerden an den Ohren (seltener aber möglich, häufiger bei Kindern)
  • Allergisches Asthma bronchiale
Kind sitzt in einer Wildblumen Wiese und putzt sich die Nase

Heuschnupfen (Allergischer Schnupfen, Allergische Rhinitis)

Beim Heuschnupfen treten die allergischen Beschwerden während der individuellen Pollensaison oder auch ganzjährig auf. Das kann der Fall sein, wenn man auf mehrere Pollenarten reagiert oder zusätzlich weitere Allergieauslöser wie Hausstaubmilben eine Rolle spielen. Es können auch gemischte Formen zusammen mit einem nichtallergischen Schnupfen (Rhinitis) und/oder einer infektiösen Rhinitis vorkommen.

Sonderform Lokale Allergische Rhinitis

Sie gerät erst seit einigen Jahren stärker in den Focus. Die Patienten vermuten eine Allergie. Die allergische Reaktion ist hierbei aber nicht durch einen Haut- oder Bluttest nachweisbar. Man findet keine Quaddelbildung beim Hauttest oder spezifische IgE-Antikörper beim Bluttest. Werden diese Patienten jedoch mit ihrem Allergieauslöser an der Nasenschleimhaut konfrontiert, zeigt sich dort eine allergische Reaktion. Mit diesem sogenannten positiven Provokationstest ist nun ein Nachweis einer lokalen allergischen Reaktion möglich. Bei diesen Patienten können nur im Nasensekret spezifische IgE- Antikörper nachgewiesen werden. Diese lokale Form wird häufiger bei einer Allergie auf Haustaubmilben aber auch bei Pollenallergien nachgewiesen. Mit einer Therapie zur Linderung der allergischen Symptome, der sogenannten Hyposensibilisierung, kann auch bei einem lokalen allergischen Heuschnupfen (lokale allergische Rhinitis) eine Wirksamkeit erreicht werden. Die Hyposensibilisierung erfolgt in der Regel über drei Jahre.

Allergie­verdacht?

Bei einem Allergieverdacht werden zur Diagnose einer Pollenallergie Hauttests (Pricktest) und/oder Bluttestungen (Spezifische Immunglobulin-Antikörper IgE) durchgeführt. Diese Testungen geben zunächst nur einen Anhaltspunkt. Ihre Ergebnisse müssen die tatsächlichen Beschwerden bestätigen. Zur Sicherung der Diagnose kann ein Provokationstest dienen, bei dem die verdächtigen Pollen zum Beispiel auf die Nasenschleimhaut aufgebracht werden, um die Symptome zu provozieren. Die Molekulare Allergiediagnostik kann mehr Klarheit bei der Diagnose bringen, wird allerdings bisher nicht flächendeckend eingesetzt. Für die Entscheidung zur Hyposensibilisierung und für den Erfolg der Therapie kann es notwendig sein, genau zu wissen, auf welche Allergene eines Allergieauslösers der Patient reagiert. Zu diesem Zweck kann eine Molekulare Allergiediagnostik erfolgen.

Allergie, was nun?

Bestätigt sich der Verdacht, wird bei gängigen Allergieauslösern eine frühzeitige Behandlung mit der Hyposensibilisierung empfohlen.

Unterstützende Maßnahmen zur Vermeidung der Allergieauslöser und die medikamentöse Behandlung durch antiallergische Medikamente (z.B. Antihistaminika in Form von Augentropfen und Nasensprays sowie Tabletten) und antientzündlichen Wirkstoffen (Nasensprays, Asthmasprays) können die akuten Beschwerden schnell lindern.

Frühe Hypo­sensibilisierung senkt Allergie­beschwerden und Asthma-Risiko. Besonders junge Kinder mit Heuschnupfen profitieren.

Eine frühzeitige Hyposensibilisierung kann die Allergiebeschwerden gut lindern und senkt das Asthmarisiko. Besonders junge Kinder mit Heuschnupfen profitieren hiervon. Die Hyposensibilisierung ist gegenwärtig die einzige Therapie, die an der Ursache allergischer Erkrankungen ansetzt. Die Behandlung macht die Patienten für ihre Allergieauslöser unempfindlicher, lindert die Beschwerden, reduziert die Medikamenteneinnahme. Durch eine frühzeitige Behandlung, nach dem Auftreten der Allergie, soll das Asthmarisiko gesenkt werden. Sie erfolgt in der Regel über drei Jahre. Der Patient wird dabei mit seinem Allergen regelmäßig konfrontiert, um ihn daran zu gewöhnen. Voraussetzung ist eine genaue Allergiediagnostik, damit der Patient auch wirklich einen Erfolg erzielen kann. Ein geeigneter Patient sollte auf sogenannte Hauptallergene des Auslösers reagieren, damit sichergestellt ist, dass der Auslöser auch wirklich im Therapiepräparat enthalten ist. Da besonders junge Kinder mit Heuschnupfen ein hohes Risiko haben, ein allergisches Asthma zu entwickeln, wird empfohlen die Hyposensibilisierung hier frühzeitig einzusetzen. Manchmal wird diese Therapie auch zur Linderung der Beschwerden eingesetzt, wenn bereits ein allergisches Asthma besteht. Das Asthma muss dafür aber gut kontrolliert sein. Die Hyposensibilisierung wird vor allem bei gängigen Pollen-, bei Hausstaubmilbenallergien sowie bei Insektengiftallergien angewendet.

Tipps bei Pollenallergien

Unterstützende Maßnahmen können zusätzlich hilfreich sein, um den Kontakt mit den Allergieauslösern einzuschränken:

  • Vor dem Zubettgehen möglichst die Haare waschen und die Straßenkleidung außerhalb des Schlafzimmers ablegen.
  • Wäsche während des Pollenflugs nicht im Freien trocknen.
  • Während der individuellen Pollensaison kann die tägliche Anwendung einer Nasendusche mit isotoner Salzlösung hilfreich sein. Durch die Nasenspülung werden Pollen aus der Nase gespült, der Schleim gelöst und die Nasenschleimhäute befeuchtet.
  • Pollenschutzgitter an Fenstern (z.B. im Schlafzimmer) können Pollen beim Lüften abfangen. Dadurch ist aber der Luftaustausch vermindert, sodass die Lüftungszeiten entsprechend verlängert werden müssen.
  • Glatte Bodenbeläge und Oberflächen regelmäßig feucht wischen, Staubsauger mit Hepa-Filter.
  • Beim Autofahren Fenster geschlossen halten. Pollenfilter im Auto jährlich wechseln, Autoklimaanlage und Filterumgebung regelmäßig reinigen.
  • Zur Zeit der individuellen Hauptpollensaison in Regionen verreisen, in denen die entsprechenden Pollen nicht fliegen. Pollenarme Luft findet sich z.B. auf Inseln, am Meer oder in Hochgebirgslagen.
  • Sonnenbrillen können sehr empfindliche Bindehäute vor übermäßigem Lichteinfall schützen, gut geeignet sind Modelle, die um die Augen herum dicht abschließen
  • Informieren Sie sich über Ihre Allergieauslöser. Zu welcher Pflanzenfamilie gehören sie. Kreuzreaktionen durch ähnliche Allergene sind möglich.